Auf in die ländliche Gegend Japans

Für mich und sieben andere Studenten des Geographie Kurses ging es am 13. Juni 2015 nach Ayabe. Ayabe liegt in der Präfektur Kyoto und das Dorf in dem wir eine Nacht im Hostel übernachtet hatten heisst Yamauchi. Es war wirklich die ländlichste und traditionellste Gegend Japans.

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Verabredet waren wir um 13 Uhr mit unseren Professor am Bahnhof Ayabe, aber erst einmal war es ein langer Fahrtweg bis zu unserem Ziel. Ich bin um ca. 9:30 Uhr vom Wohnheim losgegangen und bin zum Nada Bahnhof der JR-Linie gelaufen (Das waren nur wenige Minuten). Von der Nada Station bin ich dann erst einmal nach Amagasaki gefahren, dann musste ich umsteigen um nach Takarazuka zu kommen. Um 10:30 Uhr etwa bin ich in Takarazuka angekommen und hatte mich mit den anderen Studenten getroffen. Mit dem Zug um 10:46 Uhr sind wir dann alle zusammen weiter gefahren nach Sasayamaguchi, dann sind wir wieder umgestiegen in den Zug nach Fukuchiyama. In Fukuchiyama angekommen mussten wir ca. eine halbe Stunde warten um mit den nächsten Zug nach Ayabe zu fahren. Wir sind dann um ca. 13 Uhr in Ayabe angekommen und dort hat dann unser Professor auf uns gewartet. Außerdem wartete auf uns ein Shuttle Bus, der uns dann zum Hostel gefahren hat. Das war wirklich eine lange fahrt, aber auch die günstigste ca. 2600 Yen.

Als der Bus uns am Hostel abgesetzt hatte, wurde wir sehr freundlich von einer netten Frau begrüßt. Uns wurden die Zimmerschlüssel übergeben und unser Professor hat uns für den restlichen Samstag erste einmal Freizeit gegeben. Das haben wir genutzt um uns die Gegend anzuschauen und dann sind wir ins Onsen gegangen. Am Abend gab es dann ein sehr leckeres Abendessen. Als wir fertige mit dem Essen waren, sind wir dann nach draußen gegangen und ich habe das erste Mal in meinem Leben Glühwürmchen gesehen 😀 Danach konnten wir uns aussuchen ob wir zu unser Unterkunft gehen wollen oder ins Izakaya (Kneipe). Ich bin dann mit ins Izakaya gegangen, wo wir noch was getrunken und Karaoke gesungen hatten.

Der 14. Juni 2015 begann um 8 Uhr mit einem Frühstück, danach hat uns ein Bus abgeholt und hat uns in die Berge gefahren, zu ein sehr sehr kleinen Dorf. Das Dorf wenn ich mich recht erinnere hatte nur noch 4 oder 5 Einwohner, alles Frauen und um die 80 Jahre alt. Uns hat dann einer der Frauen noch etwas zu Essen mitgegeben 🙂 Die Dörfer die wir uns an diesem Tag angesehen hatten, symbolisierten sehr gut den Demographischen Wandel in Japan. Es leben hauptsächlich nur noch ältere oder sehr alte Menschen in den Dörfern. Es gibt kaum Infrastruktur, die Möglichkeit etwas einzukaufen oder etwas zu unternehmen z.B. Kino, Theater oder andere Freizeitaktivitäten. Außerdem sind die Winter extrem hart und die Häuser so gut wir gar nicht isoliert. Nicht wirklich attraktiv für Junge Leute, die es eher in die Städte zieht. Zum Schluss gab es dann noch Mittagessen (Soba) und dann hatten wir uns auf den Rückweg gemacht.

Meine Empfehlung ist, wer wirklich das ursprüngliche Japan sehen möchte, muss in die ländliche Gegend reisen 🙂

Teil 4 – Entspannungstag in Tokyo

Mein letzter Tag in Tokyo (28.12.2014) war definitiv entspannter. Zwar der erste Teil etwas nervig, wer erwartet den dass der Laden an einem Sonntag schon um 10:30 Uhr überfüllt ist. Ich konnte es mir nicht verkneifen, ich wollte noch unbedingt ins Pokemon Center. Aber die Freude wurde gestört von zu vielen Kunden ^^ Ich war nur kurz drin, habe mir ein kleines Plüschtier gekauft und dann war ich wieder ganz schnell draußen.

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Ueno Park

 Dann habe ich mich aufgemacht zum Ueno Park und habe dann den ganzen Vormittag/Nachmittag verbracht. Ich hätte nicht gedacht das der Park zu groß ist, bin ganz schön viel gelaufen, dafür sehr gemütlich 🙂

Zum Abschluss meines Tokyo Aufenthaltes habe ich das Ramen Restaurant aufgesucht, das ich 2009 das erste Mal besucht hatte. Das war ein schöner Ausklang, eines wundbaren Kurzurlaubs 😀 Am 29.12.2014 musste ich mich von Tokyo verabschieden und habe wieder auf den Rückweg nach Kobe gemacht.

Teil 3- Erkundungstour in Tokyo

An meinem dritten Tag (27.12.2014) habe ich mir eine spezielle Route zusammen gestellt. Sie beginnt in Asakusa mit einem Boot, dann geht es zu Fuß zum Tokyo Tower und endet am Meiji Schrein. Ich bin an diesem Tag kurz nach neun Uhr losgelaufen zur Anlegestelle in Asakusa für Bootstouren. Die Bootstour war dreißig Minuten lang und es ist interessant sich Tokyo vom Wasser aus anzusehen. Außerdem war das Wetter für meine Tour ideal, keine einzige Wolke am Himmel 😀

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Ich habe dann die rote Route genommen: Der erste halt war Hamarikyu und dann am Hinode Pier war Endstation. Ich wäre fast zu früh ausgestiegen aber gut das die Dame noch mal die Fahrkarte kontrolliert hat. Danach bin ich zu Fuß weiter zum Tokyo Tower. Aber erst einmal ein paar Bilder von der Bootstour.

Bootstour

Den Tokyo Tower konnte ich definitiv nicht übersehen und deshalb war der Weg zu meinem Wunschobjekt ziemlich einfach. Bevor ich aber zum Tower gelaufen bin, habe ich noch einen Tempel entdeckt, den ich mir unbedingt anschauen musste.

Zojoji Tempel

Als ich am Tempel angekommen bin, konnte ich mitbekommen das sich Japan auf den Jahreswechsel vorbereitet, da die Tempel und Schreine herausputzt wurden. Das machte die Tempel und die Schreine die ich gesehen hatte noch interessanter. Außerdem gab es an diesem Tempel wieder diese kleinen Figuren mit den Roten Mutzen. Wenn ich mich richtig erinnere wird damit Jizo in Verbindung gebracht, der verstorbene Kinder/Babies ins Jenseits begleitet. Außerdem schützt er die Kinder/Babies und ist dafür da das die Geburt gut verläuft.

 Tokyo Tower

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Der Tokyo Tower wurde 1958 im Stadtbezirk Minato erbaut. Der Turm wurde komplett aus Stahl gefertigt und sein Markenzeichen ist sind die Farben Orange und Weiß. Der große Bruder steht in Paris und diente als Vorlage (Pariser Eifelturm). Beim Tokyo Tower gibt es zwei Aussichtsplattformen, die eine befindet sich in einer Höhe von 150 Metern und die andere in 250 Metern. Insgesamt hat der Turm eine Höhe von 333 Metern. Als ich am Turm angekommen bin musste ich mir eine Eintrittskarte kaufen und mich Entscheiden ob ich auf eine Einzelne Plattform möchte oder auf alle beide. Ich hatte dann eine Eintrittskarte für beide Plattformen gekauft für 1600 Yen (ca. 12 Euro).

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Eintrittskarte

Auf der ersten Plattform angekommen habe ich mir eine kleine Auszeit gegönnte und mir einen Kaffee + ein Stück Erdbeertorte gekauft. Danach habe ich mir Tokyo von 150 m und 250 m angeschaut und ich muss sagen das diese Stadt einfach extrem riesig und ein Meer aus Beton ist. Aber ich konnte durch das gute Wetter den Fujiyama sehen und das Meer 😀

Meiji Schrein

Nach knapp zwei Stunden habe ich mich dann wieder auf den Weg gemacht, aber diesmal nicht zu Fuß sondern mit der U-Bahn zum Meiji Schrein. Angekommen an der richtigen U-Bahnstation, war es sehr voll und ich hatte großen Hunger. Nach einer kleinen Pause bin dann Richtung Schrein, dieses Mal fand ich den Schrein nicht so schön, aber das lag vielleicht daran, dass sich der Schrein auf den Neujahrswechsel vorbereitet hat und es dadurch viele Baustellen gab. Aber ich hatte mich etwas umgeschaut und mir noch ein paar Glücksbringer gekauft (Ein schönes Souvenir).

Dann habe ich mich auf den Rückweg gemacht zum Hotel und meine Füße waren dann auch froh das eine Pause gab. Zum Abschluss des Tages gab es etwas leckeres zu Essen in Asakusa, der nächste und letzte Tag in Tokyo sah dann etwas entspannter aus 😀

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Der dritte Monat „Neujahrsfest“

Das Neujahrsfest ist für die Japaner das wichtigste Fest im Jahr. Das ist die einzige Zeit an den viele Unternehmen, Schulen und Universitäten geschlossen haben bis zum 3. Januar. Viele Familienmitglieder die weit weg wohnen von ihren Familien, fahren zu den Feiertagen zu ihren Familien und verbringen das Fest zusammen. Das Neujahrsfest ist mit vielen Bräuchen verbunden, so wie bei uns das Weihnachtsfest.

Kagami Mochi

Das ist ein Reiskuchen der aus zwei Schichten, einer großen und einer kleinen Schicht besteht. Auf dem Reiskuchen befindet sich eine Daidai (Orange oder Madarine). Das ganze wird dann auf einen Ständer (Sampo) gestellt, außerdem befindet sich ein Reispapier (Hanshi) unter dem Reiskuchen.  Der Reiskuchen kann selber gemacht werden oder im Supermarkt gekauft werden. Der Reisteig wird gestampft und geknetet. Das Herstellen solch eines Teiges haben wir im Wohnheim selbst ausprobiert und das ganze wurde dann für unterschiedliche Gerichte benutzt z.B. Pizza aus Reisteig. Am zweiten Wochenende des neuen Jahres wird der Reiskuchen zerbrochen und dann zu einem traditionellen Gericht zubereitet (Kagamibiraki).

Reiskuchen

Kagami Mochi

Shogatsu 

Zum Neujahr wird die Wohnung und das Haus gründlich gereinigt (Oosouji), um das neue Jahr willkommen zu heißen. Es werden am Eingang der Tür (Shimekazari- Dekoration aus Reisstroh) und vor der Tür (Kadomatsu– Gestecke aus Pinienzweigen und Bambus, die links und rechts des Hauseingangs aufgestellt werden).

Am Neujahrestag besuchen die Japaner einen Schrein oder Tempel (Hatsumode). Die Japaner beten für eine gute Ernte und für die Gesundheit ihrer Familien. Außerdem gibt es ein großes Essen, spezielles Getränk (Reiswein mit Kräutern), traditionelle Spiele usw. Das Neujahr ist ziemlich umfangreich, aber auch sehr interessant. Damit möchte ich diesen Eintrag beenden und allen einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen 😀

http://www.lubwart.de/lubwart.de/japan/01bc1c9464127e72c.php

http://www.de.emb-japan.go.jp/NaJ/NaJ1001/neujahr.html

Mein Geburtstag in Japan und Uni-Weihnachtsfeier

Ich werde in diesem Blog Eintrag zwei Einträge zusammenfassen (die Weihnachtsfeier und mein Geburtstag). Damit sind dann auch alle Ereignisse abgehakt, die vor Weihnachten noch offen waren. Nach dem Special über die Neujahrsfeier, kommt dann der Bericht über Tokyo. Der wird dann in mehren Teilen aufgesplittet.

Weihnachtsfeier von der Kwansai Gakuin University

Die Weihnachtsfeier fand am 12. Dezember in Takarazuka statt und wurde von der Universität organisiert. Zu der Weihnachtsfeier kamen die Austauschstudenten, die Gastfamilien, Mitarbeiter des International Office, Lehrer und irgendwelche wichtigen Leute die ich nicht beim Namen kenne. Es gab ein richtig großes Buffet, zwei Sushi und Tempura Stände und eine große Auswahl von Desserts/Kuchen. Außerdem wurden ein paar Ansprachen gehalten und es wurde ein kleines Bühnenprogramm aufgeführt.

Mein Geburtstag

Der erste Geburtstag den ich nicht in der Heimat verbracht habe. Ich kann nur sagen es war ein schöner und entspannter Geburtstag. Schwänzen war leider nicht drin, da an diesem Tag eine Präsentation halten musste und erst um 15 Uhr aus der Uni war. Zu meinem Geburtstag gab es eine Menge Schokolade von meinen Japanischen Freunden und einen Schokoladenkuchen von einer Freundin aus dem Wohnheim. Mit ihr bin ich dann  am Abend Sushi essen gegangen. Im Wohnheim haben wir dann noch etwas gequatscht und was getrunken. Am 20. Dezember wurde dann der Kuchen beim brunchen mit ein paar Freunden aus dem Wohnheim vertilgt. Am Abend ging es dann mit Japanischkurs zum Essen. Es war ein Barbecue, in der Mitte des Tisches war ein Grill eingelassen und dann wurde immer etwas Fleisch und Gemüse auf den Grill gelegt. Und wir hatten nachträglich auf meinen Geburtstag angestoßen 🙂

 

Exkursion nach Hikone und Sekigahara

Mit dem Geographiekurs hatten wir einen Field Trip nach Hikone und Sekigahara. Am 6. Dezember hatten wir uns um  8:30 Uhr am Bahnhof Amagasaki getroffen und haben uns in Richtung Hikone aufgemacht, die ganze Strecke hat bestimmt über 2 Stunden gedauert. Hikone liegt außerhalb Kyotos und ist eine alte Burgstadt. Außerdem gibt es sehr viele klassische Japanische Wohnhäuser, leider habe ich meine Speicherkarte vergessen und deshalb konnte ich davon nicht so viele Bilder machen. Angekommen in Hikone hat es angefangen zu schneien und es war extrem kalt. Ich weiß gar nicht wie viele Schichten Klamotten ich an diesem Tag an hatte ^^

Hikone

Nach der Besichtigung der Burg und nach diesem wunderschönen Aussicht hatten wir uns auf den Weg nach Sekigahara gemacht. In Sekigahra fand eine der größten und wichtigsten Schlacht statt. Genauer gesagt am 21. Oktober 1600 fand die Schlacht statt. Die Streitkräfte der Tokugawa hatten gegen die Streitkräfte des Toyotomi gekämpft und es befanden sich ca. 150.000 Mann auf dem Schlachtfeld. (Was ich etwas unnötig und abstoßend finde, als Trophäen wurden die Köpfe der Toten in die Lager genommen und von den Frauen gereinigt.) Jedenfalls nach dem Sieg der Tokugawa begann in Japan eine Zeit des Friedens und die Vereinigung Japans. Außerdem begann nach dem Sieg des Tokugawa Clans die Edo-Zeit.

In Sekigahara hatte wir außerdem die Möglichkeit in einem traditionellen Ryokan zu übernachten. Es war eine schöne Erfahrung, besonders das gute Essen hat mir gefallen ^^ Aber übernachtet niemals im Winter in einem Ryokan, es war einfach nur kalt. Ein Raum war natürlich warm, da wo wir gegessen hatten, wurde uns durch das warme Essen und dem Alkohol schnell warm 🙂 In einem Ryokan schläft man auch nicht in einem normalen Bett sondern im Futon, ich fand es sogar bequem und mit den ganzen Decken und einem kleinen Heizer konnte ich gut bei der Kälte schlafen.

Sekigahara Ryokan