Teil 2.2.3 – Besichtigung des Kenrokuen-Garten (Sommer 2017)

Ein weiteres Highlight war der wunderschöne „Kenrokuen Garden“. Hier muss zwar Eintritt bezahlt werden, dieser ist aber definitv zu verschmerzen. Der Garten ist nach einer bestimmten Philosophie aufgebaut: Der Garten wurde nach den sechs idealen Prinzipien der Landschaftsarchitektur entworfen. Diese Prinzipien gelten paarweiße z.B. Weitläufigkeit und Abgeschiedenheit. Der Garten ist ca. 11 Hektar groß und auch den Besuch von einigen Touristen ist der Garten doch ruhig.

Die letzte Etappe in Kanazawa war das Samurai Haus „Nomura Samurai House“. Das Samurai Hause stammt aus der Edo-Zeit und ist in einem guten Zustand. Hier muss auch Eintritt bezahlt werden, aber mir persönlich macht es nichts aus, da dieses Geld für die Instandhaltung und die Restaurierung verwendet wird. Das Haus besitzt einen bezaubernden Garten mit Kois. Dieser lädt auch zum Verweilen ein. Des Weiteren befinden sich schöne Schnitzereien und Bemalungen an den Schiebetüren. Nicht vergessen, beim Betreten des Hauses die Schuhe auszuziehen, da die Räume mit Tatamimatten ausgelegt sind. Außerdem gab es noch eine Ausstellung über Japanische Schwerter (Katana). Mir persönlich hat es sehr gut gefallen und wer Interesse an Samurais hat, sollte es besuchen.

Leider hatte ich nur einen Tag für Kanazawa eingeplant und wäre wirklich noch länger mit meinem Freund geblieben. Nach diesem Tag waren wir ganz schön kaputt, bevor wir zurück zum Onsen gefahren sind, gab es noch leckere japanisches Essen (Curry Nudelsuppe) 😀

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Kurze Ankündigung

Seit letztdem Wochende steht fest, dass wir am 19. März 2019 für drei Wochen nach Japan fliegen. Aber als erstes muss ich meine Masterarbeit schaffen 🙂 Das ist definitiv ein Ansporn und eine große Motivation meine Masterarbeit rechtzeitig fertig zu bekommen. Der Flug wird von Berlin-Tegel über Helsinki nach Japan-Osaka gehen. Die erste Zeit werden wir uns in der Kansai-Region (Osaka, Kobe usw.) aufhalten. Danach geht es nach Hiroshima, Shikoku und noch Mal ein paar Tage in die Kansai-Region.

Um die Vorfreude zu erhöhen dachte ich mir, dass ich aus dem letzten Japan-Urlaub 2017 noch ein paar Einträge schreiben werde. Besonders Orte und Sehenswürdigkeiten werden hier im Blog folgen die noch nicht in meinem Blog vorgekommen sind. Es wird aber keinen bestimmten Rhythmus geben, wann die Einträge eingestellt werden.

Jedenfalls freue ich mich auf die Reise im Frühjahr, besonders zu der Zeit werden die Kirschblüten aufblühen und  ich hoffe, dass ich wieder ein paar Freunde wiedersehe 😀

Kirschblüten Fotos aus meinen Austauschaufenthalts 2014/015

Todesstrafe in Japan

In meinem letzten Blog-Eintrag habe ich mitgeteilt, das ab und zu noch ein Blog-Eintrag kommen kann 🙂

Wenn ich über Japan nachdenke fallen mir beim ersten Gedanken nur positive Aspekte ein (Leckeres Essen, respektvolles miteinander im Alltag, Videospiele, Mangas usw.). Beim gestrigen Abendessen kam eher ein negativer Aspekt über Japan auf, nämlich das Thema „Todesstrafe in Japan“. Dieses Thema wird meiner Meinung sehr gerne vergessen und sollte dennoch diskutiert werden.

Der Ursprung der Todesstrafe reicht bis ins 4. Jahrhundert zurück. Durch den steigenden Einfluss aus China wurde ein Strafsystem geschaffen. Dieses Strafsystem beinhaltet auch die Todesstrafe.  Die Ausübung der Todesstrafe nahm erst in der Kamakura-Periode zu und wurde das erset Mal im Jahr 1871 reformiert. Die letzte Reformation der Todesstrafe wurde 1945 vollzogen und beinhaltet den Tod durch den Strang.

Link: https://www.japandigest.de/aktuelles/kolumne/todesstrafe-in-japan/

Der Anwendungsbereich der Todesstrafe wird hauptsächlich bei Mord, Straftaten mit Todesfolge oder verbrechen gegen den Staat verhängt. Dabei müssen bestimmte Kriterien berücksichtigt werden: Bei der Straftat wurden mehrere Personen getötet, der Mord war besonders grausam, der Mörder zeigt Reue oder die Familie des Opfers verzeiht ihm. Des Weiteren gibt es weitere Ausnahmen: Die Person ist zur Tatzeit unter 18 Jahren alt, ist schwanger oder weißt eine psychische Krankheit auf. Bei den zwei letzten Ausnahmen wird  das Todesurteil nachträglich vollhängt.

Die Bedingungen im Todestrakt sind hart und demütigend z.B. werden die Gefangenen in Einzelhaft gehalten, während des ganzen Tages müssen sie in der derselben Position verharren, dürfen nicht nach ihren Bedürfnissen schlafen, sich nicht mit anderen Inhaftieren unterhalten oder sich nicht beschäftigen (Bücher lesen oder fernsehen) usw. Des Weiteren beträgt die durchschnittliche Wartezeit 6 Jahre, aber viele Inhaftierte sitzen bis zu 50 Jahre im Todestrakt.

Vollzogen wird die Hinrichtung durch den Strang. Erst am Tag der Hinrichtung wird dem Gefangenen bescheid gegeben. Familienangehörige und Anwälte des Verurteilten bekommen im Vorfeld keine Informationen über die angeordnete Hinrichtung. Durch die lange Wartezeit entstehen bei den Gefangenen psychische Krankheiten. Besonders wenn eine Person zu Unrecht im Todestrakt sitzt z.B. Hakamada Iwao wurde 1968 zu Unrecht verurteilt und 2014 aus der Haft entlassen. Das Oberste-Gericht hat 2018 die neuen Beweise nicht zu gelassen und damit auch die Freilassung aufgehoben.

Weitere Entwicklung:

„Anfang Oktober 2016 hat sich der Bund der japanischen Anwaltskammern erstmals klar gegen die Todesstrafe positioniert. Die Anwalt-Vereinigung fordert von der Regierung, eine lebenslange Haftstrafe einzuführen und damit die Todesstrafe bis 2020 zu ersetzen. Der Verband der Rechtsanwälte erinnerte daran, das Japan eine der niedrigsten Mordraten der Welt aufweist und insofern keine Notwendigkeit für die Todesstrafe besteht. Als weitere Begründung wurden auch das Risiko von Fehlurteilen und das Fehlen von Beweisen angeführt, dass die Todesstrafe Verbrechen reduziert.“

Link: http://www.amnesty-todesstrafe.de/files/reader_todesstrafe-in-japan.pdf

Zum Abschluss:

Für mich persönlich ist das Thema „Todesstrafe“ ein schwieriges und emotionales Thema. Besonders wenn Menschen unschuldig inhaftiert und im Todestrakt sitzen. Neben Japan sind die USA, die einzigen G7/G8 Staaten, die die Todesstrafe noch praktizieren. Persönlich tendiere eher zur Abschaffung der Todesstrafe (DAS IST ABER NUR MEINE MEINUNG!)

Japan ist dennoch ein spannendes und faszinierendes Land, aber es sollte nicht vergessen werden, dass jedes Land Vorteile und Nachteile hat. Es gibt „KEIN PERFEKTES LAND“ auf dieser Welt!

 

 

 

Zurück in Deutschland

Am 4. August 2015 bin ich wieder in Deutschland (Berlin) gelandet. Ich habe mich sehr gefreut meine Familie wieder zu sehen, aber ich brauchte auch Zeit mich wieder in Deutschland einzuleben. Besonders die ersten Tage waren sehr anstrengend: Ich musste mich erinnern nicht mehr japanisch zu reden oder mich nicht mehr zu verbeugen. Wieder mit der S-Bahn fahren in Berlin war und bleibt nervig, die S-Bahn kam gleich mal zu spät, es ist laut und es ist nicht gerade sauber in den Bahnen. Auch in Berlin selber sind die Menschen deutlich lauter, unfreundlicher und im Gegensatz zu Japan unorganisiert. Der Dreck auf den Straßen und die Graffitis in Berlin wurden einem erst so richtig bewusst als ich wieder zurück in meiner Heimat war. Berlin ist schon ein extremes Beispiel, aber ich wäre wirklich aus den Gründen sofort wieder in ein Flugzeug gestiegen und zurück nach Japan geflogen.

Aber die Zeit ist auch vergangen, ich habe meine Freunde wieder gesehen, mich wieder in mein Hochschultaltag eingelebt und meinen Bachelorabschluss gemacht. Auch sind viele Situationen deutlich leichter zu händeln gewesen, da Deutschland doch in bestimmten Situationen flexibler ist 😀

Ich wollte auch noch mal Danke sagen, zu Menschen die mir es mir ermöglicht haben nach Japan zu gehen. Besonders großen Dank an meine Familie, Freunde und Bekannte die mich während der Vorbereitungszeit auf, während und danach unterstützt haben. Ein weiterer Dank geht an meine Austauschkoordinatorin, meinen Professoren der HTW-Berlin (Fakultät Umweltinformatik) und den Mitarbeitern der Kwansei Gakuin Universität, die mir meine Fragen jederzeit beantwortet haben und ohne diese Menschen wäre ich nicht nach Japan gegangen 🙂

Jetzt ist schon eine lange Zeit vergangen, ich mache gerade meinen Master in Dresden (Geoinformatik) und befinde mich in einer neuen Beziehung. Mit meinem Freund war ich wieder im August/September 2017 für drei Wochen in Japan und es war einfach schön neue und bekannte Orte wieder sehen. Das leckere Essen zu genießen und Freunde wieder zu treffen 😀

In der nächsten Zeit habe ich wieder die Gelegenheit mit Japan in Kontakt zu kommen. Da es ein Projekt mit Universität Chiba gibt. Im September kommt eine Delegation nach Dresden 🙂 Ab und zu lerne ich ein bisschen japanisch und genieße ich im japanischen Restaurant „Yukito“ ein sehr leckeres Sushi und andere japanische Spezialitäten. Leider gibt es keine Ramen Suppe oder Okonomiyaki in Dresden, das vermisse irgendwie schon ^^

Ansonsten gibt es nichts mehr über mein Austauschjahr zu sagen, außer dass ich sehr froh bin diese Erfahrungen (positive und negative) gemacht zu haben. Der Blog ist damit eigentlich abgeschlossen, aber ich hätte schon noch Lust ab und zu etwas über Japan zu schreiben 😀

Teil 4 – Entspannungstag in Tokyo

Mein letzter Tag in Tokyo (28.12.2014) war definitiv entspannter. Zwar der erste Teil etwas nervig, wer erwartet den dass der Laden an einem Sonntag schon um 10:30 Uhr überfüllt ist. Ich konnte es mir nicht verkneifen, ich wollte noch unbedingt ins Pokemon Center. Aber die Freude wurde gestört von zu vielen Kunden ^^ Ich war nur kurz drin, habe mir ein kleines Plüschtier gekauft und dann war ich wieder ganz schnell draußen.

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Ueno Park

 Dann habe ich mich aufgemacht zum Ueno Park und habe dann den ganzen Vormittag/Nachmittag verbracht. Ich hätte nicht gedacht das der Park zu groß ist, bin ganz schön viel gelaufen, dafür sehr gemütlich 🙂

Zum Abschluss meines Tokyo Aufenthaltes habe ich das Ramen Restaurant aufgesucht, das ich 2009 das erste Mal besucht hatte. Das war ein schöner Ausklang, eines wundbaren Kurzurlaubs 😀 Am 29.12.2014 musste ich mich von Tokyo verabschieden und habe wieder auf den Rückweg nach Kobe gemacht.

Teil 2 – Technik & Kulturtag in Tokyo

Für den zweiten Tag in Tokyo (26.12.2014) musste ich etwas umstrukturieren. Zuerst wollte ich ins Edo Museum, aber die Hauptausstellung wird saniert, dann wollte ich ins Tokyo National Museum das war geschlossen und deshalb hatte ich mich entschlossen nach Odaiba ins Miraikan (National Museum of Emerging Science and Innovation) zu fahren. Da ich in Odaiba noch nicht war hat es sehr gut gepasst. Also hatte ich mich auf den Weg nach Odaiba gemacht und hatte mit meiner ersten Tokioter Rush Hour Bekanntschaft gemacht. Ich war froh als ich aussteigen musste, da an dieser Station noch mehr Leute einstiegen sind. Dafür war es sehr interessant mit der Yurikamome-Linie mit zu fahren. Das ist Tokios erste vollständige automatisierte Transportmittel, das komplett von Computern gesteuert wird ohne jegliches Zugpersonal.

Ein paar Bilder aus der Bahn

 An der Telecom Center Station musste ich dann aussteigen und nur wenige Minuten laufen. Um 10 Uhr öffnete das Museum und ich war kurz nach 10 Uhr dort und musste schon eine halbe Stunde anstehen. Dafür war es im Museum noch nicht ganz so voll und die Vorstellung des Roboters Asimo hatte um 11 Uhr begonnen. Das war für mich perfektes Timing 😀

Asimo

Es gab dann noch eine riesigen Erdball, der ganz speziell programmiert werden konnte. Außerdem konnte ich mir Weltraumtechnik, U-Boot zur Erkundung des Meeres anschauen, etwas zur Erneuerbaren Energien und eine spezielle Technik zur Auffindung von Neutrinos und zerfall von Protonen zu beobachten (Super-Kamiokande). Es gab natürlich noch viel mehr: Die Geschichte der Roboter, andere Roboter und ein Gerät mit dem man eine Email mit Kugel schreiben konnte.

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Super-Kamiokande-> Ein Raum mit solch riesigen Glühbirnen

Nach dem Besuch des Museums musste ich mich schnell auf den Rückweg zum Hotel machen, da ich um 16:30 Uhr im Kabuki Theater sein musste, für das Theaterstück (Narukami Fudo Kitayama Zakura). Die Theaterkarte war nicht ganz billig, aber wann habe ich noch mal die Gelegenheit mir ein traditionelles Japanisches Theaterstück anzuschauen, dass eine Spieldauer von ca. 3 Stunden und 40 Minuten hatte (dazu kamen noch 50 Minuten Pause). Außerdem gab es die Möglichkeit sich ein Audioguide auszuleihen, da das Stück natürlich auf Japanisch ist. Das Theater und das Stück war wunderschön und auch mit ein paar akrobatischen Einlagen (Fotos schießen war leider nicht erlaubt). Aber ich hatte mir ein Programmheft gekauft da sind ein paar Bilder drin. Dann als kleine Erinnerung bei dem traditionellen Japanischen Theater werde alle Rollen von Männern gespielt. Was natürlich amüsant war, als die Männer die Stimme verstellten. Dazu kam noch das die Schauspieler einen besonderen Sprachstil hatten, was ich sehr interessant und unterhaltsam fand.

Kabuki Theater in Tokyo 

Das war ein ziemlich langer Tag, dafür aber ein Tag den ich nicht so schnell wieder vergesse werde 😀