Der erste Monat in Japan

Es ist jetzt genau ein Monat vergangen seit ich in Japan angekommen bin. Jetzt möchte ich mein erstes Resümee abgeben. Dieser Blogeintrag ist aber nur eine Momentaufnahme und soll meine aktuellen Eindrücke widerspiegeln.

Mein Leben in Japan fühlt sich immer noch ungewohnt an, aber gewissermaßen gestaltet sich mein Tag nicht anderes als in Deutschland. Die Universität nimmt die meiste Zeit meines Alltags ein. Danach kommen Haushalt, Einkaufen und Freizeit.

Mit den aktuellen Sprachkenntnissen komme ich in der japanischen Gesellschaft noch nicht zurecht. Ich benötige viel Unterstützung von der Universität, des Wohnheims und meinen Freunden. Das schätze ich sehr an diesem Austausch, bis jetzt habe ich immer Hilfe erhalten. Dennoch sind die Japaner etwas zurückhaltend, besonders wenn meine Japanischkenntnisse noch nicht so gut sind und das Englisch bei den Japanern fast gar nicht vorhanden ist. Vielleicht hat das auch mit der Mentalität der Japaner zu tun, die den Gesichtsverlust mehr als in anderen Kulturen fürchten. Sonst versuche ich neben der Universität natürlich das Land zu erkunden. Was mir sehr wichtig ist, um einen besseren Einblick in die Kultur zu erhalten.

Sprachkenntnisse:

Wie etwas weiter oben geschrieben, komme ich mit dem Lernen der japanischen Sprache nur sehr langsam voran. Dennoch denke ich, dass ich Fortschritte bei Grammatik, Schreiben, Lesen und beim Wortschatz gemacht habe. Auch traue ich mich mehr zu sprechen.

Ebenfalls hat sich mein Englisch verbessert. Da grundsätzlich neben dem Japanisch alles auf Englisch geschrieben und kommuniziert wird. Dennoch muss ich an meinem Wortschatz arbeiten, damit ich noch bessere Texte schreiben und umfangreichere Gespräche führen kann. Auch die unterschiedlichen englischen Dialekte aus Großbritannien, Amerika, Australien usw. machen mir doch zu schaffen.

Damit ich mein Englisch noch weiter verbessern kann, gibt es an meiner Austauschuniversität die „Coffee Hour“. Diese Veranstaltung dient grundsätzlich der englischen Kommunikation mit japanischen Studenten. Es soll natürlich auch dazu dienen, das japanischen Studenten auf Englisch kommuniziere lernen. Wenn Hilfe benötigt wird, können wir auch englischsprachiges Lehrpersonal ansprechen. Mir persönlich hat es weitergeholfen. Zudem habe ich wieder viele neue und nette Leute kennengelernt.

Japanisches Essen:

Ich liebe das japanische Essen! Aktuell fühle ich mich wie im Schlaraffenland. Ich entdecke immer wieder neue Leckereien, die ich noch nicht kenne. Manchmal fällt es mir unglaublich schwer mich zu entscheiden was ich essen möchte. Natürlich gibt es beim Essen auch ein paar Nachtteile. Es gibt zu den Gerichten nur sehr wenig Gemüse und Obst, da diese Lebensmittel ziemlich teuer sind. Hauptsächlich sind die Speisen deftig oder süß. Meinem Magen tut das teilweise gar nicht gut.

Alltag und andere Dinge:

Wie ich feststellen konnte, halten sich Japaner strikt an Regeln z.B. an das Rauchverbot. Durch diese Regeln gestaltet sich der Alltag sehr viel entspannter als in Deutschland. Wenn man die Regeln nicht kennt, kann es zum gewissen Grad auch schwierig werden. Es gibt nämlich nicht nur gesetzliche, sondern auch gesellschaftliche Regeln. Für einen Außenstehenden nicht ganz einfach.

Positive Punkte, die mir noch aufgefallen sind im Vergleich zu Deutschland bzw. Berlin: die Pünktlichkeit der Züge, das höfliche Miteinander im Alltag und die Sauberkeit in der Öffentlichkeit.

Der einzige Punkt, der mich aktuell stört, ist das ich in Supermärkten oder in anderen Einkaufsläden immer eine passende Einkaufstüte aus Plastik erhalte. Manchmal weiß ich gar nicht, was ich mit den ganzen Plastiktüten machen soll. Aktuell versuche ich immer meinen Einkaufsbeutel aus Stoff mitzunehmen und damit zu signalisieren, dass ich keine Plastiktüte benötige. Auf Japanisch fällt es mir noch schwer zu sagen, dass ich keine Plastiktüte benötige. Interessant ist auch, dass schon verpackte Produkte noch einmal verpackt werden. Also umweltfreundlich ist das nicht wirklich!

Im Wohnheim gibt es aktuell nichts zu bemängeln. Mir gefällt das Leben im Wohnheim wirklich gut. Es gibt immer einen Ansprechpartner für mich, sonst wäre es deutlich schwieriger für mich. Es gab am letzten Mittwoch auch eine „Welcome Party“, um die neuen Studenten zu begrüßen.

Auch der Alltag in der Universität hat sich gut eingependelt. Mit den anderen Studenten in meinen Kursen verstehe ich mich immer besser und lerne auch immer wieder neue Leute kennen. Wir treffen uns gerne in der „Global Lounge“, um zu lernen, zu quatschen oder etwas zu essen.

So das war es erst einmal, da der Artikel sonst zu lang wird. In den nächsten Tagen werden dann noch die Berichte von meinen Ausflügen in Osaka mit reichlich Bildern erscheinen.

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