Beginn der Orientierungswoche

Am 16. September startete für uns neuen Austauschstudenten die Orientierungswoche. Der erste Tag begann damit, dass wir eine Begleitung zur Universität hatten, da wir den Weg zur Universität noch nicht kannten. Ich habe mich dadurch sicherer gefühlt und war nicht auf mich allein gestellt.

Die Wegbeschreibung zur Universität sieht folgendermaßen aus. Zuerst ein zehn minütiger Fußweg zur Bahnstation „Ojikoen“, dann sind wir mit dem Zug der Hankyu Linie bis zur Station „Nishinomiya Kitaguchi“ gefahren. Am Bahnhof angekommen mussten wir noch in einen anderen Zug umsteigen. Nach zwei Stationen sind wir am Bahnhof „Kotoen“ ausgestiegen und den letzten Teil des Weges sind wir wieder zu Fuß gelaufen. Dieser Abschnitt ist auch der anstrengendste Teil des Weges, da es die ganze Zeit bergauf geht. Ungefähr dauert der Weg zur Universität über eine Stunde. Das jeden Morgen und ich bin fit.

Die Universität sieht beeindruckend aus. Als Erstes dachte ich, ich wäre nicht in Japan, sondern in Mittelamerika oder Südamerika. Die Architektur sieht der Japanischen überhaupt nicht ähnlich. Das hängt mit dem Gründer der Kwansei Gakuin zusammen. Im Jahr 1889 wurde die Universität von einem amerikanischen Missionar namens Walter Russel Lambuth gegründet. Außerdem handelt es sich um eine christlich private Universität. Es gibt die Möglichkeit, an der Chapel Hour teilzunehmen, sollte jemand christlichen Glaubens sein. Wenn nicht, hat man eine längere Pause. Die habe ich meistens genutzt, um mir ein zweites Frühstück zu organisieren. Zudem ist an die Universität ein Kindergarten, eine Grundschule und eine Highschool angeschlossen. Auch der Sport hat einen großen Stellenwert. Viele Studenten sind in Sportklubs der Universität organisiert. Die Studenten trainieren sehr viel, haben ihre eigene Trainingspläne und nehmen an Wettbewerben teil. Zu vergleichen ist das Sportsystem mit den Sportsystem der amerikanischen Universitäten.  

Wir hatten am Anreisetag einen Tagesablaufplan erhalten. Als Erstes auf der Tagesordnung stand der Einstufungstest. Dieser soll die Austauschstudenten in den richtigen Japanischkurs einordnen. Ich war froh den Test geschafft zu haben. Es gab dann erst einmal etwas zu Essen in der Global Lounge für uns Austauschstudenten. Die Global Lounge ist ein Treffpunkt, um sich mit anderen Austauschstudenten und interessierten Japanern zu treffen.

Nach dem leckeren Essen ging es zurück in den Raum, wo der Einstufungstest stattfand. Der Raum war gefüllt mit japanischen Studenten. An meinem Platz warteten zwei Japanerinnen auf mich. Sakiko und Hono sind meine Nihongo Partner. Sie werden mich in der ersten Zeit unterstützen z.B. bei organisatorischen Dingen. Außerdem werden sie sich einmal die Woche mit mir treffen, um mein Japanisch zu verbessern. Zum Abschluss des ersten Tages zeigten sie mir noch den wunderschönen Campus.

Am Mittwoch, den 17. September, gab es eine Einführung in die japanische Lebensweise. Sehr spannend, vielleicht werde ich ein paar Themen für meinen Blog aufgreifen. Danach traf ich mich mit Sakiko und Hono zum Mittagessen in der Mensa. Nach dem Mittagessen ging es dann nach Kobe – Sannomiya ins Bürgeramt. Ich war wirklich froh, dass ich Unterstützung hatte, sonst wäre es schwierig geworden. Der Besuch im Bürgeramt beinhaltete die Registrierung meiner Wohnadresse und die Anmeldung für das Health Insurance System (Krankenversicherungssystem). Die Krankenversicherung deckt 70 % der Kosten ab, den Rest zahle ich selbst. Hierfür hatte ich noch eine Zusatzkrankenversicherung.

Der nächste Tag beinhaltete Einführungen in das Computersystem der KGU, Freischaltung für das Internet und die Einweisung in die Bibliothek. Die Freischaltung für das Internet, um unsere eigenen Geräte nutzen zu können, fand ich sehr umständlich. Hierfür musste ein Formular ausgefüllt werden mit der Angabe des Gerätetyps, des Betriebssystems und die Port-ID Nummer.

Die Bibliothek hat mich sehr begeistert durch ihre Größe und Ausstattung. Es gibt drei Etagen und zwei Untergeschosse. Zudem gibt es eine Cafébar und ein Bereich für DVDs und Musik. Die Auswahl an Büchern mit anderen Sprachen ist gigantisch. Schade, dass ich keine Fotos machen durfte. Es gibt nur ein Bild aus dem Internet. Auch müssen Studenten ihre Taschen nicht einschließen, wie es an deutschen Universitäten üblich ist.

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Optional gab es noch an diesem Tag eine Beratung von zwei Mobilfunkanbieter. Mich hat nur das Angebot vom Anbieter Softbank interessiert. Es handelt sich um ein Telefon mit einer Prepaidkarte. Für mich die günstigste Variante.

Der letzte Tag der Orientierungswoche, war ein sehr langer Tag. Als Erstes wurden die Ergebnisse des Einstufungstests bekannt gegeben. Ich wurde dem Anfängerkurs zugeordnet. Das hatte ich mir schon gedacht, da meine Kanji Kenntnisse nicht ausreichend waren. Danach sollten wir unseren Kulturkurse aussuchen, die wir neben dem Sprachunterricht belegen müssen. Ich hatte mich für folgende Kurse entschieden: Geografie, Umwelt und Religion/Traditionen entschieden.

Mir war es sehr wichtig einen Tag in der Woche frei zu haben. Deshalb hatte ich mich gegen Geschichte entschieden. Den freien Tag nutze ich für Ausflüge oder sonstigen Aktivitäten. Auch für Hausaufgaben und zum Lernen ist der Tag reserviert.  

Danach folgte eine Veranstaltung zum Verhalten bei Naturkatastrophen. In Japan gibt es Erdbeben, Taifune, Hangrutschungen usw. Eine weitere Veranstaltung betraf nur Stipendiaten. Während meines Auslandsaufenthalts bekomme ich jeden Monat 80.000 Yen (ca. 560 €) vom CIEC (Finanzabteilung) ausgezahlt. Deshalb benötige ich kein eigenes Bankkonto, da ich alle Rechnungen im Conbini per Barzahlung erledigen kann.

Das war ein ziemlich langer Beitrag. Vielen Dank, wenn ihr bis zu dieser Textstelle gekommen seid und ich hoffe, der Beitrag war nicht zu langweilig. Morgen geht dann die Uni richtig los. Ich werde definitiv berichten 🙂

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