Der nächste Tag begann damit, dass ich fast verschlafen hätte. Dank meiner Mitbewohnerin habe ich es noch rechtzeitig in die Lobby geschafft. Ich habe mir meine Unterlagen abgeholt und dann begann ca. 8:15 Uhr die Einführungsveranstaltung. Alle Austauschstudenten erhielten wichtige Informationen z.B. über den Ablauf des Tages, der Universität usw. Nach der Einführung wurden wir gebeten, uns in den jeweiligen Gruppen einzufinden, da es unterschiedliche Busse gab.
Einige Austauschstudenten sind zur Universität gefahren, um dort ihre Gastfamilien zu treffen. Die anderen Austauschstudenten wurden dann zu den Wohnheimen gefahren, die sich an verschiedenen Orten befinden. Wir hatten noch etwas Zeit, bevor mit den Bussen aufgebrochen sind. Deshalb sind wir noch in ein Conbini (Convenience Store / 24-Stundenläden) gegangen und hatten uns noch ein Frühstück organisiert. Um 9:30 Uhr sind alle Busse losgefahren und ich war ganz nervös, da ich nicht wusste, wie mein Wohnheimzimmer aussieht, wie die Abläufe im Wohnheim sind und natürlich, wie werde ich mich mit den anderen Austauschstudenten verstehen.
Ich und neun weitere Austauschstudenten (Herkunft aus: Frankreich, Deutschland, Mexiko, USA, Großbritannien und Dänemark) sind zusammen mit dem zugeteilten Bus zum „Hyogo International House“ gefahren. Hier wurden wir sehr herzlich von den Mitarbeitern des Wohnheims empfangen. Jeder der Studenten hat dann seine Unterlagen mit Raumnummer, Schlüssel und Papiere zum Ausfüllen erhalten. Dann ging es erst mal auf mein Zimmer, um mein Gepäck abzustellen. Mein Zimmer befindet sich im neunten Stock, was den großen Vorteil hat, dass es unglaublich ruhig ist. Nach dem Abstellen des Gepäcks haben wir uns alle in der Lobby getroffen, um gemeinsam Mittagessen zu gehen. Es ging zu McDonalds, da es schnell gehen sollte und ich konnte mit den studentischen Betreuern schon mal ein bisschen reden.
Danach begann die Einführungsveranstaltung des Wohnheims mit einer kleinen Teezeremonie. Vorher hatte ich nie wirklich Grüntee getrunken oder nur mal probiert. Dieser Grüntee hat mir erstaunlicherweise sehr gut geschmeckt. Nur die dazugehörige Süßigkeit war nicht mein Geschmack. Die Kursleiterin hat uns zum Abschluss, eingeladen in den Teezeremonie Kurs vorbeizuschauen, wenn Interesse besteht.



Nach der Teezeremonie sind wir alle in einen anderen Raum gegangen, um weitere Papiere auszufüllen. Ich hätte nicht gedacht, dass doch so viel Papierkram anfällt! Aber da muss ich durch. Ich freu mich schon sehr, wenn der Bürokratieteil zu Ende ist. Es gab dann Belehrungen, wie wir uns in Gefahrensituationen verhalten sollen und welche Hausregeln gelten. Dann gab es noch eine Einweisung in die Mülltrennung, die auf den ersten Blick kompliziert ist, da sie doch sehr von der Mülltrennung in Deutschland abweicht. Wenn ich die Zeit finde, könnte ich einen separaten Artikel schreiben.
Nach dem Bürokratieteil gab es eine weitere Veranstaltung, da in den Wohnheimzimmern kein Internet vorhanden ist, sind drei Unternehmen vorbeigekommen, um uns ihre Angebote zu unterbreiten. Da ich das Internet unbedingt benötige (Studium, Kontakt zu Freunden und Familie usw.), habe ich mir genau angehört, was die Unternehmen zu bieten haben. Das erste Unternehmen mit seinem Angebot war zu teuer, dass zweite Unternehmen hat erst gar kein richtiges Angebot unterbreitet, aber das dritte Unternehmen hatte für mich die richtigen Konditionen. Die Kosten belaufen sich bei 1000 Yen pro Monat (ca. 7-8 €) für eine 100 m Bit Leitung, dabei sind die ersten drei Monate kostenlos. Der Router ist im Preis inbegriffen, es gibt keine Anschlussgebühren und es gibt keinerlei Begrenzungen. Ich habe auch hier den Papierkram ausgefüllt und konnte sofort den Router inkl. Zubehör mitnehmen und war sofort online. Hat alles super funktioniert 😊
Zum Abschluss des Tages sind wir zusammen mit unseren Betreuern noch einkaufen gegangen, da es an allem gefehlt hat z.B. Essen, Geschirr, Reinigungsmittel usw. Die letzte Aktion hat mir den Rest gegeben, ich war ganz schön müde, da an diesem Tag so viel zu erledigen war.
Noch kurz zu meinem Zimmer! Ich habe alles, was ich benötige: Bett inkl. Bettzeug, Schränke, Schreibtisch, Bürostuhl, Spüle, Kühlschrank und eigenes kleines Badezimmer.
Weitere Details zum Wohnheim: Jede Etage im Wohnheim hat eine Küche, ein Fernsehzimmer und ein Waschraum für Kleidung. Diese Räume werden geteilt mit den anderen Studenten. Dann gibt es noch weitere Gemeinschaftsräume im Wohnheimkomplex: Bibliothek, Fitnessstudio mit Tischtennisplatte, Seminarräume, Musikzimmer und eine Lobby.
Gut finde ich auch, dass es keine Sperrstunde gibt, die Befürchtung war bei mir vorhanden. Da japanische Wohnheime streng sein sollen, hat sich aber nicht ganz bestätigt 😊 Ab 22:00 Uhr müssen wir ein Code eingeben, um ins Wohnheim zu gelangen. Wichtigste Regel war, dass Besucher von außerhalb nicht im Wohnheim übernachten dürfen.


